Nach Pfingsten kam dann immer noch kein Anruf, für den Termin, der in Lübeck für den Photovoltaik-Vertrag sein sollte. Da das Projekt jedoch noch im Sommer starten sollte, war ein Vertrag zu Ende Mai 2010 notwendig. Ich wartete bis 25.05.2010 mit dem Anruf meinerseits. Doch der Partner ließ sich verleugnen – wie sich später herausstellte. Mit der Prämisse tags darauf erneut einen Anlauf zu nehmen, telefonierte ich dann in komischer Vorahnung mit dem Vertrieb des PV-Modul-Herstellers in Süddeutschland zuerst.

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Die schlimmsten Vorahnungen bestätigten sich, denn der Partner hatte eigenmächtig, mich und den Hersteller umgehend, noch einen anderweitigen Vorkontrakt auf PV-Module. Zwei weitere Versuche diesen Partner zu erreichen schlugen fehl. Und so ging es bis Donnerstags. Die Versuche und Bemühungen zu retten was zu retten war. Immerhin hing eine höhere sechsstellige Provisionssumme an dem Auftrag. Erste Kontaktaufnahmen zu einem Fachanwalt verhießen, dass mein „Worst-Case-Szenario“ eintreffen sollte. Der Vorvertrag des Partners, den er hatte, war gültig. Ein Detail, das er mir verschwiegen hatte. Juristisch wäre zwar etwas machbar gewesen. Doch bis es zu Verhandlung usw. gekommen wäre, war ich fertig. Mental und auch geschäftlich.

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Ich hatte insgesamt 4 Monate für Planung und Projektierung eines Photovoltaik-Projektes eingesetzt, bin nach Norddeutschland gezogen und habe dabei dann (fast) alles verloren, was zu verlieren ging. Mit der Nachricht auf dem Zettel flog ich dann noch bei der Partnerin, zu der ich nach Norddeutschland zog, prompt aus dem Haus und übernachtete im Auto, das mir offiziell nicht gehörte, sondern meinen Eltern. Bei diesen beiden Menschen, die immer zu mir hielten – und das auch in den schwersten Zeiten, muss ich mich an dieser Stelle und von vornherein extra besonders bedanken. Ohne sie gäbe es mich vielleicht nicht mehr.

Vor den Trümmern meiner Selbständigkeit, wie ich sie bis dahin kannte, stand ich dann am 27.05.2010 morgens in Hamburg-Moorwerder, beim Naturschutzgebiet an der Elbe, mit dem Auto. Meine Habseligkeiten in Kofferraum und auf Rückbank verstaut, verbrachte ich dort die erste von mehreren Nächten bis Saint-Jean-Pied-de-Port. Allerdings mit grade noch 10 Euro in der Tasche drehte ich dann nochmals gen Hamburg um und sah irgendwie zu, Geld zu bekommen, um den Monat zu überstehen. Hier halfen dann die Behörden weiter, die mir – um mir noch den Juni zu ermöglichen, mit Sozialhilfe aushalfen. Das Geld angewiesen, sollte es Montag den 31.05. auf dem Girokonto sein.

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