Auf dem Weg
Zweckoptimismus
Etwas frz. Landschaft

Mit der Wendung des Geschäftlichen war bei mir nur noch ein taubes Gefühl im Kopf. „Ist das wirklich mir passiert?“ war noch eine der harmloseren, selbstkritischen Fragen. Nachdem ich 3 Nächte im Schanzenviertel, bei einem Freund, übernachten konnte, war ich am 31.05.2010 bei der Bank, holte die komplette Schnell-Überweisung der Stadt Reinbek und füllte erstmal den Tank meines Autos. Ziel ungewiss, nur irgendwie weg. Der Bekannte vermutete mich auf spontaner Wohnungs- bzw. Unterkunftssuche. Ich fuhr nach HH-Wandsbek zum Militaria-Laden. Rüstete mich mit einem 90 Liter Luftlanderucksack der US Armee und Imitaten von britischen Militärstiefeln aus. Das war, was ich mir dachte – sollte reichen für einen möglichen Pilgerweg. Ob ich nun gehen sollte oder nicht, ließ ich das Schicksal halbwegs entscheiden.

Und die Entscheidung fiel auf der Autobahn, auf dem Weg raus aus Hamburg. Über die A7 ging es südwärts, eigentlich Richtung Heimat – oooooder … ich fuhr in Hamburg-Neuland von der Autobahn und dort erst zum größten Bäcker im Industriegebiet, für einen Kaffee vor der langen Fahrt. Ausserdem war die Arbeitsstelle meiner (jetzt) Ex-Partnerin, aus Reinbek, dort. Ich fuhr unter das Fenster ihrer Firma, schickte eine SMS. Sie schaute aus dem Fenster und meinte mir die Order geben zu müssen: „Ich erwarte, dass Du nach Hause fährst. Weil Du bist bei mir gemeldet und meldest Dich sofort um. Nicht dass Dir irgendwo was passiert und die Polizei kommt zu mir. … Hab ich keinen Bock drauf.“

Mit den lieben Grüßen im Gepäck fuhr ich nochmals zum Bäcker, holte mir Proviant für unterwegs und fuhr weiter. Einige Kilometer später teilt sich die Autobahn Richtung Hannover auf der A7 bzw. über die A28 über Bremen und dann weiter Saarbrücken. Beim Bäcker noch auf die Europakarte geschaut, sah ich, wie magisch, einen durchgehenden Weg bis Lourdes und weiter nach Saint-Jean-Pied-de-Port. 2.000 Kilometer glatt über Autobahn, Bundes- und Landstrassen. Und fuhr los. Einen Kilometer vor der Abzweigung entschied ich mich für die „Ich bin dann mal weg-Variante“ und fuhr gen Bremen. Und schaffte es sogar, dass Familie und Freunde bis einschließlich 03.06. (Fronleichnam) nichts mitbekamen. Dort meldete ich mich dann von der Grenzautobahnraststätte „Goldene Bremm“ telefonisch, nachdem ich noch in Saarbrücken im Waschsalon meine Wäsche gewaschen und getrocknet hatte, die im Auto blieb.

Mit 2 Tankfüllungen, bei einem Benziner für ich dann durch bis Lourdes, wo ich am 05.06.2010 ankam und bis 07.06.2010 blieb. Frischwasser an der Basilika inklusive …

Fahrroute
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